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Gesteinskunde

Gesteinsart Metamorphit: Metamorphit ist die Sammelbezeichnung für Umwandlungsgesteine, die aus verschiedenen alten Materialien durch die Natur zu etwas Neuem geworden sind. haben von allen Gesteinen die „bewegteste Vergangenheit“ und sind das Ergebnis unterschiedlichster Einflußgrößen, wie z. B. Druck, Hitze, Wasser und Geschwindigkeit der Umwandlung. Wasser kann auch eine große Rolle bei der indirekten Umwandlung von Mineralien sein. Wasserdampf mit einer Temperatur > 480° ist chemisch gesehen sehr aggressiv und kann Mineralien innerhalb eines Gesteins verändern oder sogar auflösen. Die freigewordenen Elemente, z. B. Schwermetalle aus Feldspäten, können sich an anderer Stelle wieder anlagern oder in neugebildete Mineralien (Granate im Kashmir White) einbetten. Die derart umgewandelten Gesteine bekommen dadurch völlig andere optische und technische Eigenschaften. Zusätzlich ausgelöste Beanspruchungsarten, wie Auswälzung, Walzung, Fältelung, Pressung und Schieferung steigern die optische Vielfalt in Farbe und Struktur.  

Untergruppe Migmatit: Migmatite sind teilweise wieder aufgeschmolzene Gesteine, die sich z. B. durch erruptive Risszonen mit heißem Magma (t >650°C und hohem Druck) oder anderen Gesteinen vermischt haben. Es ist wie bei einem Marmorkuchen, bei dem die dunkle Teig-Masse unter die helle gehoben wird, ohne das man sie komplett „durchrührt“. Dadurch entstehen Maserungen und Farbmischungen aus den verschiedenen Komponenten. Bei Abkühlung unter 573°C wandelt sich der Quarzanteil schlagartig um und verliert 0,8% seines Volumens. Quarzansammlungen weisen typischerweise kleine Haarrisse auf, die durch die Natur oder durch Resinierung verschlossen werden. Diese stellen auch keinen Mangel dar, sondern sind gesteinstypisch. 

Geologische Entstehungsgeschichte

Das Zeitalter des Toniums war geprägt von einfachen Bakterien im Wasser. Diese bildeten Kolonien, die als Stromatholithen bekannt sind. Diese Riffbildner waren bis zur Entstehungszeit des Multicolor die einzigen relevanten Lebewesen. 

Während der Bildung des Urkontinents Rodinia vereinigten sich Indien, Arabien, Westafrika, der Kongo und Teile des heutigen Brasiliens zu einer festen Landmasse. Der spätere Zusammenstoß mit Australien und Antarktika führte zu gewaltigen geologischen Kräften, die massive Gesteinsschichten auffalteten und tief in den Erdmantel absenkten. Die heutige Abbauzone im südindischen Karnataka wurde dabei in heiße Tiefenzonen gedrückt, stellenweise aufgeschmolzen und blieb über Hunderte von Millionen Jahren im Erdinneren eingeschlossen. Erst vor rund 35 Millionen Jahren, als der indische Subkontinent bereits mit der eurasischen Platte kollidierte, begann das Gestein, das heute als Multicolor bekannt ist, langsam an die Erdoberfläche aufzusteigen. Auf Google Earth mit den Koordinaten 12°32'17.86"N 77°24'7.32"E ist die Auffaltung deutlich sichtbar. 

Besonderheiten 

Multicolor Rot ist ein eindrucksvoller, magmatischer Naturstein aus Südindien, der durch sein lebendiges Farbspiel und seine ausdrucksstarke Maserung besticht. Charakteristisch sind warme Rot-, Braun- und Ockertöne, durchzogen von wellenförmigen Adern in Grau, Schwarz und teils goldenen Nuancen. Diese dynamische Struktur erinnert an geologische Bewegungen und verleiht jeder Fläche eine einzigartige Tiefe. Dank seiner Härte, Witterungsbeständigkeit und Pflegeleichtigkeit eignet sich Multicolor Rot sowohl für Innenräume als auch für den Außenbereich. Besonders beliebt ist er als Küchenarbeitsplatte, Bodenbelag, Treppe oder Fassadenmaterial – überall dort, wo natürliche Wärme mit einem Hauch Exotik gefragt ist.